Visto Bueno

1 Stadt, 4 Wochen, 200 Perspektiven auf CDMX

Anja Jensen taucht mit ihrem Fotoprojekt „Visto Bueno“ für einen Monat in eine der größten Städte der Welt ein. Gleichsam seismografisch lässt sie junge Menschen ausloten, was die Gesellschaft von Mexiko-Stadt hinter verschlossenen Türen bewegt und erstarren lässt.

Annähernd 200 Schülerinnen und Schüler aus sieben in unterschiedlichsten Stadteilen situierten Gymnasien in Mexiko-Stadt haben zusammen mit Anja Jensen (*1966, Gehrden, Deutschland) Fototagebücher erstellt, in denen sie ihre Lebensumstände reflektieren und dokumentieren. Die Ausstellung „Visto Bueno“ gewährt dem Besucher einen Einblick in eine Reihe dieser Fototagebücher und zeigt eine Auswahl aus den über 6.000 Bildern, die im Rahmen dieses Cultural Mappings entstanden sind. Die versammelten Bilder zeichnen die A1:D42 Perspektiven auf CDMX aus der Sicht der heranwachsenden Generation nach. Mexiko-Stadt erhält damit ein geradezu enzyklopädisches Statement zur Zukunft der Stadt – aus Sicht derjenigen, die sie bald gestalten werden.

Ein zentrales Anliegen des Projekts bestand in der Sensibilisierung der Jugendlichen für ihre Lebenswelt, eingeschlossen all die Menschen, Orte und Dinge, die sie im alltäglichen Leben umgeben und begleiten. Die behutsame Annäherung an die eigene Umwelt über einen suchenden Blick durch die Kamera oder auf den Display und die damit geforderte Eigenständigkeit gestalterischer Entscheidungen in Bezug auf Bildwürdigkeit, Fokus, Ausschnitt, Perspektive, Komposition, Beleuchtung – alles Aspekte, einer spezifisch fotografischen Herangehensweise –, haben die jungen Fotografen ihre Umwelt als gestaltbar erleben lassen. Der Prozess des Bildermachens wurde somit zu einer Forschungs- oder Selbstbestimmungsreise durch eine Welt, die es aktiv und selbstverantwortlich mitzugestalten gilt.