Future Perfect

Zeitgenössische Kunst aus Deutschland

Otto Dix: Selbstbildnis mit Staffelei, 1925, Leopold-Hösch-Museum Düren

Die Ausstellung „Future Perfect“ vereint Positionen von 16 zeitgenössischen Künstlern, die sich mit Zukunftsvorstellungen und Spekulationen über den Verlauf der Geschichte beschäftigen.

Future Perfect. Zeitgenössische Kunst aus Deutschland versammelt Filme, Fotografien, Skulpturen, Objekte, Malerei und Collagen von sechzehn Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit Zukunftsvorstellungen und Spekulationen über den Verlauf von Geschichte beschäftigen. Der Titel der Ausstellung bezieht sich dabei auf die Zeitform des Verbs, die die Vollendung einer Handlung in der Zukunft ausdrückt: Etwas wird gewesen sein. Die Ausstellung fragt von dieser Perspektive aus: Wenn Zukunft bereits als abgeschlossene Vergangenheit wahrgenommen werden kann, wie können wir dann überhaupt noch visionieren, spekulieren und gewohnte Denkmuster verlassen?

Die Möglichkeit zu spekulieren, Absichten, Erwartungen und Befürchtungen zu benennen und diese als Begründungen für Handlungen zu nutzen, hält Gesellschaften zusammen. Heute erscheint Zukunft jedoch zunehmend als ein kritisches Konzept. Selbst nahe Zukunft ist bei aller digitalen und mobilen Beschleunigung kaum zu antizipieren und es erscheint unmöglich, sich in versicherten Aussagen über die Zukunft zu verständigen. So haben beispielsweise der Fall der Mauer in Deutschland und das Ende des Blockdenkens nicht nur die ökonomische Welt globalisiert; sie hatten auch das Ende vieler europäischer Einbildungen und Denkmuster zur Folge. Zukunft ist aber auch ein emanzipatorisches Konzept. Besonders im südlichen Mittelmeerraum fordern derzeit Zivilgesellschaften Zukunft gegen massive Widerstände.

Die Ausstellung entfaltet ein Nachdenken über die Versprechen von Zukunft. Können wir uns noch in der Annahme eines Futur II verständigen? Wie positionieren sich Künstlerinnen und Künstler durch ihren Umgang mit Material, Form, Narration und Imagination dazu? Wie reflektieren sie Vergangenes neu? Wo sehen sie Handlungsmöglichkeiten?

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler: Nairy Baghramian, Kerstin Brätsch, Adele Röder und DAS INSTITUT, Mariana Castillo Deball, Dani Gal, Cyprien Gaillard, Annette Kelm, Jutta Koether, Armin Linke, Antje Majewski, Henrik Olesen, Yorgos Sapountzis, Nora Schultz, Nasan Tur, Danh Vo, Clemens von Wedemeyer.

Kuratoren: Angelika Stepken, Philipp Ziegler

Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa), Stuttgart, Deutschland, www.ifa de

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Künstlerinterviews:

Interview mit Yorgos Sapountzis

Interview mit Antje Majewski

Interview mit Nasan Tur

Interview mit Clemens von Wedemayer

Interview mit Dani Gal

Interview mit Mariana Castillo Deball

Interview mit Armin Linke