Otto Dix. Gewalt und Leidenschaft

Otto Dix ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen des Deutschlandjahres in mexiko feiert der Künstler seine erste große EInzelausstellung in Mexiko.

Wie kaum ein zweiter Maler verkörpert Otto Dix in seiner Biografie und in seiner Kunst das „Jahrhundert der Extreme“ in Europa, das  Deutschland mit zwei Weltkriegen, die Kultur der Weimarer Republik  und die politische Teilung nach 1945. Betroffener und Beobachter zugleich, hat der großartige Realist in aufrüttelnden Bildern Zeugnis abgelegt und seiner Epoche den Spiegel vorgehalten. Heute gilt Otto Dix als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Wie seine Epoche, so ist auch Dix‘ Werk von Gewalt und Leidenschaft geprägt.

Die erste Ausstellung des deutschen Malers in Mexiko bietet mit über 150 Gemälden und Papierarbeiten vom Ersten Weltkrieg über die spannungsreichen „Goldenen Zwanziger“ bis zum Neoexpressionismus nach 1945 einen umfassenden Einblick in das Œuvre des großen Realisten.

Realist, Expressionist, Dadaist oder ein Altmeister, Tendenzmaler und Eklektiker, Feststellungsfanatiker und Visionär, Moralist oder Zyniker – all dies und noch viel mehr war Otto Dix. Vor allem aber ist der deutsche Ausnahmekünstler eines gewesen: Wirklichkeitsmensch. Zeitgenosse und Zeitzeuge, Betroffener und Beobachter. In seinem Leben durchlief er fast alle Stationen des Jahrhunderts der Extreme. Als „künstlerisches Elementarereignis“ wurde der junge Maler in der deutschen Kunstszene nach dem Ersten Weltkrieg begrüßt. In der kulturellen Blütezeit der Weimarer Republik avancierte er zum führenden Vertreter eines kritischen Realismus, mit dem er seiner Epoche den Spiegel vorhielt. Unter der nationalsozialistischen Diktatur wurden seine Bilder als „entartet“ diffamiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich im gespaltenen Europa für den Frieden.

Wie seine Epoche, so ist auch Dix‘ Werk von Gewalt und Leidenschaft geprägt. Es rührt an die Grundfragen der menschlichen Existenz. Seine Bilder sind Spiegel und Kommentar zugleich. Mit ihnen deutete er die eigenen Erlebnisse in Krieg und Großstadt, seine widersprüchlichen Erfahrungen mit Menschen in Extremsituationen. Als Maler vertraute er dem Sichtbaren und seinem scharfen Blick. Seine großen Gesellschaftsszenarien sind eine unerbittliche Chirurgie der Zeit; die Charakterporträts wirken wie Steckbriefe. Immer wurde sein Werk aus gegensätzlichen Blickwinkeln betrachtet und gewertet. Man hat es gerühmt und missverstanden, verurteilt und vernichtet. Heute gilt Otto Dix als einer der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein engagierter und ambivalenter Realismus ist brisanter denn je.

„Otto Dix. Gewalt & Leidenschaft“ ist die erste Ausstellung des Künstlers in Mexiko. Sie findet in zwei herausragenden Kunstmuseen des Landes statt: dem Museo de Arte Contemporáneo (MARCO) in Monterrey und der Nationalgalerie in Mexiko-Stadt (MUNAL). Mit über 150 Werken aus allen Schaffensphasen, darunter 30 Gemälde und die 50 Radierungen des Kriegszyklus‘ von 1924, bietet sie einen umfassenden Einblick in Leben und Werk des großen Realisten und Humanisten. Der 250-seitige Katalog in Spanisch und Englisch bietet neben der Dokumentation der Ausstellung eine Fülle an historischem Foto- und Quellenmaterial zum deutschen Jahrhundertmaler in seiner Zeit. Die Wucht der künstlerischen Passion von Otto Dix wird auch das mexikanische Publikum begeistern und erschüttern.

Ulrike Lorenz, Kuratorin der Ausstellung

In Zusammenarbeit mit:

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Interview mit der Kuratorin Ulrike Lorenz, mit Huemanzin Rodríguez/Canal 22

Öffnungszeiten Museum:

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Mittwoch 10:00-20:00 Uhr. Kasse schließt um 19:15 Uhr.
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