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Fotografien von Michael Kerstgens seit 1992

Michael Kerstgens begann seine fotografische Langzeitdokumentation über jüdisches Leben in Deutschland 1992. Dabei entwickelte sich die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion zum inhaltlichen Schwerpunkt seiner Fotografien. Knapp eine Viertelmillion jüdische Einwanderer kam seit der Öffnung des eisernen Vorhangs in den Jahren 1989/90 aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Diese Zuwanderung hat die jüdische Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig verändert. Von den ungefähr 110.000 jüdischen Gemeindemitgliedern deutschlandweit haben heute etwa 90.000 einen russischsprachigen Hintergrund. Die Fotoserie umfasst 162 Schwarz-Weiß-Aufnahmen und ist Teil der Fotografischen Sammlung des JüdischenMuseums Berlin. Knapp 40 davon sind in dieser Ausstellung zu sehen.

Michael Kerstgens begann seine fotografische Langzeitdokumentation über jüdisches Leben in Deutschland 1992. Dabei entwickelte sich die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion zum inhaltlichen Schwerpunkt seiner Fotografien. Knapp eine Viertelmillion jüdische Einwanderer kam als sogenannte Kontingentflüchtlinge seit der Öffnung des eisernen Vorhangs in den Jahren 1989/90 aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Diese Zuwanderung hat die jüdische Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig verändert. Von den ungefähr 110.000 jüdischen Gemeindemitgliedern deutschlandweit haben heute etwa 90.000 einen russischsprachigen Hintergrund. Neben der beruflichen, sozialen und sprachlichen Eingliederung ist die Integration in die jüdischen Gemeinden nicht immer einfach. Viele der Einwanderer besitzen keine oder nur geringe Kenntnisse der jüdischen Religion und Geschichte. Sie erhoffen sich vor allem bessere Zukunftsmöglichkeiten. Ihre Bedürfnisse und Wünsche unterscheiden sich immer wieder von denen der alteingesessenen Gemeindemitglieder. Trotz aller Schwierigkeiten bedeutet der Zustrom der Einwanderer eine Erneuerung des jüdischen Lebens in Deutschland. Michael Kerstgens ist einer der wenigen Fotografen, die die Einwanderung russischsprachiger Juden intensiv und über einen längeren Zeitraum dokumentierten. Seine Bilder sind eine erste visuelle Annäherung an einen Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen und dessen Ergebnis offen ist. Die Fotoserie umfasst 162 Schwarz-Weiß-Aufnahmen und ist Teil der Fotografischen Sammlung des JüdischenMuseums Berlin. Knapp 40 davon sind in dieser Ausstellung zu sehen.