Mexikanisierung. Das Kunstwerk als souveräne Visualisierung der Bestrafung

Christoph Faulhaber

Der Künstler Christoph Faulhaber hinterfragt kritisch den derzeitigen Stand der Sicherheitspolitik in Mexiko. Sein Projekt ist die künstlerische Antwort auf seine Erfahrungen in Mexiko-Stadt und Umgebung.

Die ausgestellten Objekte spiegeln die kontroverse Dichotomie von Sicherheit und Unsicherheit und die Infiltrierung der mexikanischen Gesellschaft durch die Kriminalität wider. Wie lassen sich die machtpolitischen Verhältnisse in Mexiko verstehen? Welche Regeln (offen und unausgesprochen) existieren in der mexikanischen Gesellschaft? Steht dem politischen System eine revolutionäre politische Bewegung gegenüber oder sind beide, Politik und Gegenbewegung, von rein ökonomischen Interessen getrieben und geben sich daher die Hand? So provozieren Szenarien und Objekte einer imitierten Realität den Betrachter zu emotionalen Reaktion und Autoreflexion. Ein Polizeiauto im UNAM-Museum, einem Ort in dem die Polizei sonst nicht eindringen darf, eine Serie von brutalen Bildern und schockierenden Texten aus der „nota roja“ die die Gewalt normalisieren und sich in Christoph Faulhabers Arbeit selbst zerstören – eine kulturelle Anthropologie?       

Die Intervention von Christoph Faulhaber wurde in Zusammenarbeit mit dem Kurator Victor Palacios entwickelt und ist vom 29. Oktober 2016 bis zum 26. Februar 2017 im Casa del Lago (UNAM) zu sehen.

Die Intervention von Christoph Faulhaber wird in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Julieta Giménez vom 29. Oktober 2016 bis zum 26. Februar 2017 im Casa del Lago (UNAM) ausgestellt.

Christoph Faulhaber (*1972) lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist Künstler, Performer, Filmemacher und Autor. Faulhabers künstlerische Arbeiten sind gesellschaftskritische Projekte, die sich vor allem mit den Themen Öffentlicher Raum und Bildtheorie auseinandersetzten; Überwachung, Sicherheit und Kontrolle können dabei Aspekte sein. Mit dem Doku-Fiction-Film »Jedes Bild ist ein leeres Bild« (2014) dokumentiert er seine eigene Arbeit, die nicht auf ein Medium festgelegt ist, aber immer provoziert: Ob als Theaterstück, Film, Performance, Foto oder Installation.

Faulhaber hatte schon zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellung, zuletzt in der Kunsthalle Düsseldorf (2014). Daneben nahm er an zahlreiche Festivals teil: zuletzt  am 39. Montreal World Film Festival (2015) und die Kunsthalle Baden-Baden (2013). 2014 erhielt er den Preis »Arte Laguna Art Prize« in der Sektion Skulptur und Installation in Venedig.

www.christophfaulhaber.de